AG „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“

Unsere AG verfolgt das Ziel, Wissen zu vermitteln, Vorurteile abzubauen und zu einem respektvollen Umgang im schulischen Alltag beizutragen. Besonders wichtig ist uns die Frage, wie sensible Themen altersgerecht und verantwortungsvoll aufgearbeitet werden können. Gleichzeitig wird immer deutlicher, wie wichtig das Engagement gegen Rassismus und Diskriminierung an unserer Schule ist und wie wir als Schülerinnen und Schüler selbst aktiv auf diese Themen aufmerksam machen können.

Anfang November zeigten wir eine klare Haltung gegen Holocaustleugnung und gedachten der Opfer der Reichspogromnacht. Anlass ist, dass rechtsextreme Gruppen am 8. November 2025 einer verurteilten Holocaustleugnerin gedachten und dies nutzten, um ihre Parolen zu verbreiten. Auch wenn diese Parolen auf wenig Zustimmung stießen, ist es dennoch umso wichtiger, eine aktive und aufgeklärte Erinnerungskultur zu bewahren. Als AG des SMG setzen wir damit ein Zeichen für demokratische Werte und historische Verantwortung.

Am 12.12. fand unser Studientag statt, an dem wir intensiv an unseren laufenden Projekten gearbeitet haben. Dazu gehören das Projekt „SMG-Film“ sowie Workshops zur Aufklärung über Alltagsrassismus, NS-Symbolik und Zivilcourage.

Zum Abschluss des Schuljahres veranstalteten wir im Rahmen des Anne-Frank-Tages vom 8. bis 12. Juni eine größere Aktion: Hier haben wir über das verlängerte Wochenende vom 4.06. bis 7.06. eine Regenbogenbank gestaltet. Von morgens bis abends schliffen wir die Bankpaneele, strichen und lackierten sie, sodass am Ende ein selbstgemachtes Statementpiece für Vielfalt, Toleranz und Lebensfreude an unserer Schule entstanden ist.

Schülerinnen und Schüler schrieben Briefe an Anne Frank. Darin erzählten sie von schönen Erlebnissen und davon, wie Anne Franks Geschichte sie geprägt hat. Viele beschrieben ihren Wunsch nach einer weltoffenen Gesellschaft, die von Toleranz, Wertschätzung, Respekt und Liebe geprägt ist, und andere erzählten von ihrer eigenen Erfahrung von Diskriminierung und Ausgrenzung.

Diese Briefe hängten wir gemeinsam mit selbst gebastelten Rosen in die Anne Frank-Ausstellung im Menschenrechtsfoyer. Am 12. Juni, dem Geburtstag von Anne Frank, war es dann so weit: Mit einer Schuldurchsage erinnerten wir an den Holocaust und riefen zu einem gemeinsamen Flashmob mit dem Pop- und Jazzchor auf. Dabei gedachten wir der Opfer des Holocausts und setzten gleichzeitig ein Zeichen für Gemeinschaft, Vielfalt und Toleranz.

Falls Sie sich näher mit Anne Franks Geschichte auseinandersetzen möchten, finden Sie hier die Langversion unserer Durchsage:

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„Stellt euch vor: Ihr dürft nicht mehr zur Schule gehen. Ihr könnt eure Freunde nicht treffen. Ihr könnt nicht nach draußen. Nicht einmal ans Fenster. Und das nicht für einen Tag oder eine Woche – sondern über ganze zwei Jahre.

Genau das erlebte Anne Frank. Anne wurde am 12. Juni 1929 in Frankfurt geboren. Als die Nationalsozialisten immer mehr Macht bekamen, floh ihre jüdische Familie in die Niederlande. Doch auch dort waren sie bald nicht mehr sicher.

An ihrem 13. Geburtstag bekam Anne ein rot kariertes Tagebuch geschenkt. Was damals wie ein ganz normales Geburtstagsgeschenk aussah, wurde später zu einem der berühmtesten Bücher der Welt.

Als Anne und ihre Familie sich 1942 in einem geheimen Hinterhaus in Amsterdam verstecken mussten, begann sie, ihre Gedanken aufzuschreiben. Über ihre Träume. Über ihre Angst. Über den Krieg. Und über die Hoffnung auf eine bessere Zukunft.

Dabei schrieb sie einen Satz, der bis heute Menschen auf der ganzen Welt berührt:

„Ich denke nicht an all das Elend, sondern an die Schönheit, die noch geblieben ist.“

Ein Mädchen, das sich verstecken musste und trotzdem noch die Schönheit im Leben sah.

Anne wollte später Journalistin und Schriftstellerin werden. Sie ahnte nicht, dass ihre Worte einmal von Millionen Menschen gelesen werden würden. Im August 1944 wurde das Versteck entdeckt. Anne und die anderen Bewohner wurden verhaftet und in Konzentrationslager gebracht.

Ein weiteres Zitat ist:

„O ja, ich will nicht umsonst gelebt haben wie die meisten Menschen.

Ich will den Menschen, die um mich herum leben und mich doch nicht kennen,

Freude und Nutzen bringen. Ich will fortleben, auch nach meinem Tod.“

Doch ihre Geschichte endete nicht dort.

Als Anne Anfang 1945 im Alter von nur 15 Jahren – wenige Wochen bevor der Zweite Weltkrieg endete, starb, veröffentlichte ihr Vater Otto Frank als einzig Überlebender der Familie das Tagebuch von Anne.

Es wurde in über 70 Sprachen übersetzt und von Millionen Menschen gelesen. Aber warum sollten wir uns noch heute an Anne Frank erinnern? Weil sie uns zeigt, wohin Hass, Ausgrenzung und Vorurteile führen können. Aber auch, weil sie uns zeigt, wie wichtig Mut, Hoffnung und Menschlichkeit sind.

Ihr berühmtes Tagebuch erinnert uns daran, dass hinter jeder Zahl in den Geschichtsbüchern echte Menschen stehen – Menschen mit Träumen, Freunden und Plänen für die Zukunft. Und genau deshalb ist Anne Franks Geschichte nicht nur Vergangenheit. Sie ist eine Erinnerung für unsere Gegenwart.“

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Wir freuen uns darauf, unsere Workshops künftig in euren Klassen vorzustellen und gemeinsam mit euch gegen Rassismus an unserer Schule einzustehen und Courage zu zeigen.

Der größte Dank gilt unseren Antidiskriminierungsbeauftragten Frau Xavier, Herrn Lotz-Steiner, Herrn Özkayin und Frau Meurer, die uns jederzeit unterstützen.

Außerdem möchten wir uns noch einmal beim Pop- und Jazzchor bedanken, der gemeinsam mit uns ein klares Zeichen für Courage, Vielfalt und Zusammenhalt gesetzt hat und natürlich bei Frau Kloos, die uns die Plakate für die „Anne-Frank-Ausstellung“ zur Verfügung gestellt hat!

Falls ihr Interesse habt, an unseren AG-Projekten mitzuwirken oder eigene Ideen einzubringen – meldet euch gerne bei unseren Antidiskriminierungsbeauftragten oder schaut auf unserem Insta-Account vorbei 🙂

https://www.instagram.com/smgcourage?igsh=MWN0eDQxOXFjenNwNw==

Eure AG „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“