Erdkunde-Exkursion nach Mainz am 09.06.2026

Am frühen Morgen trafen wir uns in Mainz, um gemeinsam an einer Stadtführung mit historischem Kontext teilzunehmen. Dabei beschäftigten wir uns mit dem Unterrichtsthema „Stadtentwicklung“ und konnten bereits vorhandenes Wissen an konkreten Beispielen in Mainz wiedererkennen sowie viele neue Erkenntnisse gewinnen.

Zu Beginn führte uns die Tour durch verschiedene Bereiche der Innenstadt. Dabei erfuhren wir mehr über die Auswirkungen der Gentrifizierung, die Weiterentwicklung der Stadt sowie Prozesse der Reurbanisierung und Deurbanisierung und die daraus resultierenden Veränderungen des Stadtbildes.

Besonders interessant war die Erklärung des Gentrifizierungsprozesses: Häufig werden zunächst sogenannte „Pioniere“, beispielsweise Studierende oder Künstler, von günstigen Mieten in bestimmte Stadtviertel angezogen. Dadurch steigt die Attraktivität dieser Gebiete. In der Folge investieren wohlhabendere Bevölkerungsgruppen in die Viertel, wodurch die Mieten und Immobilienpreise steigen. Viele ursprüngliche Bewohner können sich ihren Wohnraum dann nicht mehr leisten und müssen wegziehen. Dies führt zu sozialer Segregation, also einer räumlichen Trennung verschiedener Bevölkerungsgruppen.

Anschließend erfuhren wir mehr über die Geschichte des Mainzer Hauptbahnhofs sowie der ehemaligen vaubanschen Festungsanlagen. Danach ging es in die unterirdischen Gänge von Mainz.

Die kühlen, dunklen und verwinkelten Gänge führten uns unter die Stadt. Dort lernten wir, dass diese Anlagen früher Teil der Verteidigungsanlagen waren. Durch sogenannte Horch- oder Lauscheranlagen konnten Bewegungen und Annäherungen von Truppen frühzeitig wahrgenommen werden. Dadurch konnten die Verteidiger schneller reagieren und entsprechende Schutzmaßnahmen ergreifen. Außerdem erfuhren wir, dass einige Gebäude der Stadt, darunter auch Teile der Universität, über Zugänge zu diesen unterirdischen Anlagen verfügen.

Unser nächster Halt war das römische Stadttor. Es ist durch jahrhundertealte Pflastersteine, große Steinblöcke und deutlich sichtbare Radspuren im Boden gekennzeichnet. Diese Spuren zeigen, wie intensiv die Wege bereits in der Römerzeit genutzt wurden. Besonders beeindruckend war, dass die Überreste des Stadttors erst bei Bau- und Renovierungsarbeiten entdeckt wurden. Anschließend entschied man sich, das bedeutende Kulturdenkmal zu erhalten und die Neubauten darum herum zu errichten. So bleibt ein wichtiger Teil der römischen Geschichte von Mainz bis heute sichtbar.

Danach besuchten wir den Aussichtspunkt am Kästrich. Von dort aus konnten wir anhand verschiedener Gebäude erkennen, welche Bereiche der Stadt im Zweiten Weltkrieg zerstört wurden. Zudem wurde sichtbar, wie die Gebäude nach dem Krieg wiederaufgebaut und teilweise in veränderter Form rekonstruiert wurden.

Zum Abschluss beschäftigten wir uns mit dem Thema nachhaltige Stadtentwicklung. Dabei wurden unter anderem gemeinschaftlich gepflegte Stadtgärten vorgestellt, die von Anwohnern angelegt werden und allen Menschen zur Verfügung stehen. Außerdem sprachen wir über die Herausforderungen des Klimawandels und die Notwendigkeit, Städte umweltfreundlicher zu gestalten.

Dazu gehören beispielsweise mehr Radverkehr, die Verringerung von CO₂-Emissionen, die Schaffung zusätzlicher Grünflächen durch Fassaden- und Straßenbegrünung sowie die Reduzierung versiegelter Flächen. Ebenso wichtig ist der Ausbau erneuerbarer Energien und ein nachhaltiger Umgang mit Ressourcen.

Die Exkursion hat uns gezeigt, wie sich Städte im Laufe der Zeit verändern und welchen Herausforderungen sie heute gegenüberstehen. Gleichzeitig wurde deutlich, dass nachhaltige Stadtentwicklung eine wichtige Aufgabe für die Zukunft ist. Um diese Ziele zu erreichen, müssen wir gemeinsam handeln – und zwar jetzt!

Erdkunde LK 12 von Frau Tillmann/ Hanna Salziger