Theater-AG präsentiert Lessings „Nathan der Weise“

Nach den Herbstferien startete unsere diesjährige Oberstufen-Theater-AG unter der Leitung von Frau Frenz. Jeden Donnerstag von 16:30 bis 18:30 Uhr hieß es: ab ins Theater, rein in die Rollen und los geht’s. Die Aula wurde zum Ort Jerusalem – mitten im Geschehen spielte sich die Handlung „Nathan der Weise“ von Lessing ab.

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In Jerusalem zur Zeit der Kreuzzüge treffen die Religionen Christentum, Judentum und Islam aufeinander. Die Stadt wird von Sultan Saladin beherrscht, der den Bedürftigen helfen möchte und deshalb selbst in finanzielle Schwierigkeiten gerät. Seine Schwester

Sittah entwickelt daraufhin einen Plan: Saladin soll den reichen Juden Nathan in eine Falle locken, indem er ihn fragt, welche der drei Religionen die richtige sei.

Gleichzeitig hält sich ein junger Tempelritter in der Stadt auf, der – als einziger jemals – von Saladin begnadigt wurde. Er hat sein neues Leben genutzt, um Nathans Tochter Recha aus einem brennenden Haus zu retten. Als er schließlich, nach einigem Widerstand, Nathans Haus betritt, um Rechas Dank entgegenzunehmen, verliebt er sich, der Christ, in die vermeintlich jüdische Recha.

Doch Nathan schöpft früh einen ungeheuerlichen Verdacht und stellt sich gegen die geplante Heirat. Am Ende kommt alles ganz anders, und viel besser, als es sich die Beteiligten vorgestellt haben.

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Mit diesem Hintergrundwissen und vielen Proben hatten wir am 12.04. unseren 1. Intensivprobentag in der Schule. Dort arbeiteten wir mit Kostümen und Requisiten an Akt 4 und 5.

Vom 13.04. bis 16.04. ging es dann auf Theaterfahrt in den Hunsrück:

Wir trafen uns um 10 Uhr an der Burg Waldeck, wo uns ein Selbstversorgerhaus mit Tagesraum zur Verfügung stand. Direkt nach der Ankunft starteten wir mit den Proben von Akt 1 und 2, um die Abläufe zu festigen und textsicherer zu werden – schließlich waren es nur noch eineinhalb Wochen bis zur Aufführung.

Während die Schauspieler*innen szenisch arbeiteten, nutzten die anderen die Zeit, um die Gruppendynamik zu stärken. 

Nach dem selbstorganisierten Abendessen begann die Freizeit: Wir tanzten, lachten, spielten Fußball, verbrachten lange Abende miteinander. Besonders beliebt war das Spiel „Werwolf“, das uns oft bis tief in die Nacht wachhielt.

Auch am nächsten Tag wurde intensiv geprobt. Das Stück erhielt seinen letzten Feinschliff und wir arbeiteten konzentriert an den Szenen.

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SALADIN: Die Ringe! – Spiele nicht mit mir! – Ich dächte, Dass die Religionen, die ich dir

Genannt, doch wohl zu unterscheiden wären.

Bis auf die Kleidung; bis auf Speis und Trank!

NATHAN: Und nur vonseiten ihrer Gründe nicht. – Denn gründen alle sich nicht auf Geschichte?

Geschrieben oder überliefert? – Und

Geschichte muss doch wohl allein auf Treu

Und Glauben angenommen werden? – Nicht? – Nun, wessen Treu und Glauben zieht man denn Am wenigsten in Zweifel? Doch der Seinen?

Doch deren Blut wir sind? Doch deren, die

Von Kindheit an uns Proben ihrer Liebe

Gegeben? Die uns nie getäuscht, als wo

Getäuscht zu werden uns heilsamer war? –

Wie kann ich meinen Vätern weniger

Als du den deinen glauben? Oder umgekehrt. –

Kann ich von dir verlangen, dass du deine Vorfahren Lügen strafst, um meinen nicht Zu widersprechen? Oder umgekehrt.

Das nämliche gilt von den Christen. Nicht? –

SALADIN: (Bei dem Lebendigen! Der Mann hat recht.

Ich muss verstummen.)

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Neben den Proben entstanden unvergessliche Momente: gemeinsame Gespräche, Musik, Sidequests und viel Lachen. Wir wollten jede freie Minute zusammen genießen.

Und dann war es leider wieder so weit: die Theaterfahrt neigte sich dem Ende… Wir verließen am 16.04. unser Selbstversorgerhaus mit unzähligen Erinnerungen und sahen ein letztes Mal unseren Probenraum, unseren Stein, auf dem wir lernten und uns sonnten, die Wiese, auf der wir Fußball spielten, den Aufenthaltsraum, in dem wir unsere Nightsessions verbrachten, unsere Zimmer, in denen wir uns Stories erzählten, und all die kleinen Plätze, an denen wir gelernt, geübt und gelacht haben.

Jetzt hieß es: üben, üben, üben – und hoffen, dass euch unsere Theateraufführungen am 25. und 26.04. sowie 2. und 3.05. gefallen haben.

Ein großer Dank geht an unsere Regisseurin Frau Frenz, die diese AG möglich gemacht, uns zu jeder Zeit unterstützt und souffliert hat, sowie an unsere Schauspieler*innen:

Mariana Drescher, Rebecca Nelgen, Johannes Lagner, Tim Vester, Lore Drephal, Hanna Salziger, Alma Firyn, Katharina von Hübschmann, Ella Burghold, Pauline Kessebeer, Franziska Knopper, Chiara Nagel, Nicolas Zöller, Herr Avemarie, Frau Kersandt, Herr Schneider und Frau Wöll 🙂

Ebenso danken wir der Bühnenbild-AG für ihre großartige Arbeit an den Kulissen.

Bereits jetzt, kurz vor den Sommerferien, starten wir mit unserem neuen Stück „Der grüne Kakadu“ von Arthur Schnitzler, das wir noch vor den Herbstferien auf die Bühne bringen werden – also seid gespannt auf unsere erste Komödie im SJ 26/27.

Wenn ihr Spaß am Schauspiel habt, eine unvergessliche Zeit in der Oberstufe erleben möchtet, dann kommt gerne nächstes Jahr in unsere AG und meldet euch bei Frau Frenz 🙂

Eure Theater-Bubble SJ 25/26