Auch dieses Jahr gab es in der ProWo wieder die Möglichkeit, in Holland Segeln zu gehen. Diese Chance, endlich mal selber auf einem richtigen Segelboot Hand anzulegen, haben 40 Schüler*innen der 10. und 11. Klasse genutzt.
Um die Zeit am und auf dem Wasser richtig auszunutzen, geht es beim Segelprojekt immer schon samstags vor dem eigentlichen Beginn der Projektwoche los. Morgens um 11 Uhr hieß es: raus aus dem unerträglich heißen Ingelheim und ab in das etwas kühlere Elahuizen in Holland. Als wir nach einigen Stunden Fahrt in der Segelschule angekommen waren, haben wir erstmal unsere Zimmer bezogen. Dann gab es Abendessen, das netterweise schon von den Segellehrer*innen, die schon etwas früher angereist waren, vorbereitet worden war.
Anschließend haben wir uns schon mal mit den Segelbooten vertraut gemacht, denn auf See heißt und funktioniert alles doch ein bisschen anders: Seile heißen „Schoten“, „Fallen“ oder „Enden“ und von einem „Palstek“ hatte kaum einer von uns vor der Fahrt schon etwas gehört. Danach hatten wir Freizeit, in der man je nach Lust und Laune Tischtennis, Volleyball oder auch einfach Karten spielen konnte. An einigen Tagen haben wir gemeinsam die Spiele der deutschen Fußballnationalmannschaft bei der WM geschaut. Auch wenn die Deutschen mal wieder sehr früh ausgeschieden sind, haben wir alle mitgefiebert und das Team auch kräftig angefeuert.
Am nächsten Morgen nach dem Frühstück ging es richtig los: zuerst das Boot fertig machen und dann bis zur Hafenausfahrt paddeln und staken und paddeln und staken… Das alles war schon anstrengender als gedacht, aber dann ging es daran zu üben, die Segel zu setzen, sie wieder zu bergen und bei Bedarf auch zu reffen (die Segelfläche verkleinern, falls es zu viel Wind gibt). Nach dem Mittagessen, das an diesem Tag ausnahmsweise an Land stattfand, ging es wieder aufs Wasser, und zwar das erste Mal richtig auf das Meer hinaus. Dafür mussten an Bord die Aufgaben verteilt werden: Eine Person sitzt an der Pinne, ist Steuermann und muss alle Kommandos geben, jemand anderes ist für das Fixieren und Anholen der Großschot zuständig und eine dritte Person ist der Fockschoter, also für das Vorsegel zuständig. Auch wenn es am Anfang etwas ungewohnt war, hatten wir alle schon ziemlich viel Spaß auf dem Wasser! Ein weiteres Highlight gab es nach dem Abendessen, als wir nochmal bei etwas mehr Wind zum Sonnenuntergangssegeln rausgefahren sind.



Die folgenden Tage liefen ähnlich ab: Die Vor- und Nachmittage haben wir meistens auf dem Wasser verbracht und fürs Mittagessen haben wir uns schon beim Frühstück unsere Brote geschmiert. Auf den Booten waren wir dann immer zu dritt oder zu viert mit jeweils einer Segellehrkraft, am Anfang der Woche hat diese Einteilung noch Herr May gemacht und an den letzten paar Segeltagen konnten wir uns die Bootseinteilungen selber aussuchen. Weiterhin haben wir auf den Booten auch jeden Tag neue Manöver geübt, wie zum Beispiel Wenden, Halsen, den Aufschießer oder das Boje-über-Bord-Manöver. Doch wenn das Wetter gar nicht mitgespielt hat, in unserem Fall hieß das „kein Wind und sehr hohe Temperaturen“, gab es auch einige Male statt dem Segeln die Möglichkeit, von den Booten aus im Meer schwimmen zu gehen.

Im Laufe der Woche wurde der Wind zum Glück etwas stärker, wodurch die Boote auch mehr Krängung hatten, das heißt, dass die Boote deutlich schiefer im Wasser lagen, was auch das Segeln etwas anspruchsvoller und aufregender machte. Am letzten Segeltag, dem großen Regatta-Tag, war leider nicht besonders viel Wind, dennoch haben alle Mannschaften um die vorderen Plätze hart gekämpft. Für die Endplatzierung waren aber nicht nur das Abschneiden bei der Regatta relevant, sondern auch, wie gut sich die fünf Teams (jeweils zwei Crews von der Regatta zusammen) bei Spielen schlugen, bei denen es um Teamwork, Geschicklichkeit und das über die Woche angesammelte Segelwissen ging. Am Ende hatten alle, unabhängig von der Platzierung, sehr viel Spaß und Durchhaltevermögen – trotz der hohen Temperaturen – bewiesen.
Am nächsten und leider auch letzten Morgen ging es dann wieder mit dem Bus zurück nach Ingelheim. Dort haben die Schülerinnen un Schüler noch ihre Zeugnisse bekommen und wurden dann in die Ferien entlassen.
Vielen Dank nochmal an Herrn May, Frau Altherr und Frau Fritz und auch ganz besonders an die ehrenamtlichen Segellehrerinnen und Lehrer und die Teamer, ohne die dieses tolle Erlebnis nicht möglich gewesen wäre!
Luise Heckmann, MSS 12 & Justus Michel, MSS 11